Der Podcast rund um Haustechnik, Energie, Klima und Fachplanung
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von IKZ gehört.
00:00:22: Schön, dass Sie wieder mit dabei sind!
00:00:24: Heute gehen wir der Frage nach wie man sich im Sommer vor zu hohen Temperaturen in Schlaf- und Wohnräumen schützt und welche technischen Lösungen zur Raumkühlung der Markt bietet.
00:00:35: Das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hat dazu eine Vielzahl an Tipps und Vorschlägen erarbeitet, wir stellen sie Ihnen heute mal vor.
00:00:47: Es ist eine im wahrsten Sinne des Wortes unbehagliche Erkenntnis.
00:00:51: Heiße Tage mit Temperaturen von über dreißig Grad Celsius häufen sich in Deutschland.
00:00:56: Sie stellen für Menschen eine Belastung dar und können die Gesundheit gefährden.
00:01:00: Klimaforscher erwarten, das heiße Tage- und tropische Nächte aufgrund des fortschreitenden Klimawandels weiterzunehmen.
00:01:07: Umso wichtiger ist es für Hauseigentümerinnen und hauseigentüma geeignete Maßnahmen zu treffen um zunächst einmal möglichst wenig Hitze in die eigenen vier Wände zu lassen.
00:01:17: Im zweiten Schritt muss die Wärme wieder aus der Wohnung abgeführt werden.
00:01:21: Auch dafür gibt es Lösungen.
00:01:24: Trotz ihrer vergleichsweise kleinen Flächen haben die Fenster meist den größten Einfluss auf die Überhitzung eines Raumes.
00:01:31: Einer der wichtigsten Schritte, um das Aufheizen des Hauses zu verhindern ist die Fenstere von außen zu verschatten.
00:01:38: Das sollte man bereits am frühen Morgen tun bevor die ersten Sonnenstrahlen auf das Fenster treffen.
00:01:43: Zudem ist es ratsam alle Fenster zu verschacken Um auch indirekte Sonnen-Strahlung durch Reflektionen beispielsweise an anderen Hauswänden zu vermeiden.
00:01:53: Gereignet dafür sind Außengelousinen, Rollläden, Markisen oder Klappläden.
00:01:58: Außenliegender Sonnenschutz kostet meist mehr als innen liegende Lösungen – schützt jedoch deutlich besser vor Hitze!
00:02:04: Auch wenn innenliegende Verschattung häufig eine reflektierende Oberfläche haben kommt immer noch deutlich mehr Solarstrahlung und somit Wärme im Raum an….
00:02:15: Wer die Fenster erneuert, schafft sich damit nicht nur einen Wärmeschutz für den Winter sondern auch einen Schutz vor Hitze durch übermäßigem Sonneneintrag im Sommer.
00:02:24: Dreifachverglasungen sind in beiden Fällen effektiver als zweifach Verglasung und das bei unwesentlich höheren Anschaffungskosten.
00:02:33: Wie gut die Schutzfunktion eines Fensters ist zeigt der G-Wert.
00:02:37: Das G steht für den Gesamtenergiedurchlass Grad.
00:02:41: Er zeigt an, wie viel Sonneinstrahlung durch die Scheibe dringt.
00:02:44: Die für den Wärmereintrag in den Raum sorgen.
00:02:47: Fenster mit moderner Dreifachverglasung haben einen Wert von Nullkommar Fünfnull.
00:02:52: Fenstermit einer Zweifach-Verglasung einen Wert vom Nullkommer fünffünf.
00:02:56: Das bedeutet dass fünfundvierzig Prozent der Sonnenenergie draußen bleiben.
00:03:02: In größeren Hitzeschutzeffekt bringen bestimmte Beschichtungen auf den Scheiben.
00:03:07: Diese sogenannten Sonnenschutzverglasungen können die solaren Wärme-Einträge um weitere dreißig bis fünfzig Prozent reduzieren.
00:03:15: Da Sonnenschutzvergläsungen unabhängig von der Jahreszeit wirken, sperren sie aber auch im Winter die dann gewünschte Sonnenwärme zu großen Teilen aus.
00:03:24: Daher werden Sie in Wohngebäuden weniger häufig eingesetzt.
00:03:27: Um im winter die gewünschten Wärmeneinträge zu erhalten und im Sommer auszusperren sind somit außenliegende Verschattungen ideal!
00:03:37: Auch die Fassade und das Dach haben Einfluss auf das Raumklima.
00:03:41: Eine Fassaden- oder Dachdämmung hält das Haus nicht nur im Winter warm, sondern auch im Sommer kühl.
00:03:46: Dämmungen bremsen den Wärmefluss von außen nach innen – die Hitze wird quasi ausgesperrt!
00:03:52: Besonders deutlich merkt man das in einem gedämmten Dachstuhl.
00:03:56: Die dort herrschende sommerliche Kühle steht im deutlichen Kontrast zu den Temperaturen im zuvor ungedämmtem Dach, dass rasch überhitzte.
00:04:04: Aber nicht nur der Dämmstandard ist entscheidend, auch die Speichermasse eines Hauses spielt eine Rolle bei der Hitzeabwehr.
00:04:11: Zur Speichermaße zählen insbesondere massive Innen- und Außenwände – Estriche und Betondecken!
00:04:18: Diese speichern über den Tag die Wärme zwischen und verzögern somit den Anstieg der Temperatur im Haus.
00:04:25: Sehr effektiv und mindestens so wichtig wie ein außenliegender Sonnenschutz ist das konsequente Lüften nachts und in den frühen Morgenstunden.
00:04:34: Falls möglich sollte am besten quergelüftet werden.
00:04:37: Dabei öffnet man gegenüberliegende Fenster gleichzeitig, sodass ein Durchzug entsteht.
00:04:41: Hierbei werden auch die Speichermassen also Wände und Decken wieder abgekühlt, die im Tagesverlauf Wärme zwischengespeichert haben.
00:04:49: Wird das Tagsüber heiß?
00:04:50: Sollten dagegen alle Fenster so gut es geht geschlossen bleiben und nicht mehr als nötig gelüfted werden.
00:04:57: Übrigens Wer ein Haus mit Flachdach hat und dieses begrünt, betreibt damit ebenfalls Aktivschutz vor Überhitzung.
00:05:05: Die Begrünung wirkt wie eine natürliche Klimaanlage – puffert die Temperaturen und vermindert Spitzenwerte.
00:05:11: Auch die Entsiegelung von Flächen rund ums Haus ist ein weiterer Schutz vor extremer Hitze.
00:05:17: Rasenflächen, Bete sowie Teiche im Garten kühlen ihre Umgebungen durch Verdunstung.
00:05:26: Nicht immer sind diese Maßnahmen umsetzbar oder ausreichend.
00:05:29: Der Markt bietet eine Vielzahl an technischen Lösungen, um die Wärme aus den überhitzen Räumen zu bekommen.
00:05:36: Bisher wenig bekannt ist beispielsweise dass Wärmepumpen auch kühlen können zum Beispiel über die Flächenheizung oder spezielle Gebläsekonvektoren.
00:05:46: Die technischen Voraussetzungen müssen aber gegeben sein das es im Bestand längst nicht immer der Fall.
00:05:52: Zudem ist das Kühlpotenzial im Vergleich zu Klimaanlagen begrenzt.
00:05:56: Meist kann die Raumtemperatur nur um wenige Grad abgesenkt werden und das gilt sowohl für den aktiven wie auch den passiven Kühlbetrieb.
00:06:04: Dazu eine kurze Erläuterung, beim aktiven Kühlbetrieb ist die Wärmepumpe angeschaltet und reduziert mithilfe von Strom das Temperaturniveau im Haus.
00:06:15: Beim Passivenkühlbetrieb wird ausschließlich über das Erdreich- oder Grundwasser gekühlt.
00:06:20: Luftwasserwärme pumpen beispielsweise können nur aktiv kühlen.
00:06:25: Voraussetzung ist, dass Sie über eine sogenannte reversible Kühlfunktion verfügen.
00:06:29: Also die Möglichkeit haben das Funktionsprinzip der Anlage umzudrehen.
00:06:34: Statt der Außenluft Wärme zu entziehen und diese zum Heizen zu nutzen nimmt das System dann die überschüssige Wärmen aus den Wohnräumen über spezielle Konvektoren oder die Fußbodenheizung auf und gibt sie an die Außen luft ab.
00:06:49: Für die aktive Kühlung benötigt die Wärmepumpe Strom.
00:06:52: Daher sind hier Haushalte mit einer eigenen Photovoltaikanlage im Vorteil.
00:06:57: Erdwärmepumpen können neben der aktiven Kühlung auch passiv kühlen – das ist besonders stromsparend, da nur die Umweltspumpe und nicht die Wärmelpumpe selbst in Betrieb ist!
00:07:07: Der Kühleffekt ist ähnlich wie bei der aktive Kühnung.
00:07:11: Steigende Wachstumszahlen in Deutschland verzeichnen inzwischen Luft-Luftwärme-Pumpen umgangssprachlich Klimaanlagen genannt.
00:07:19: In Südeuropa kommt diese Technik seit Jahrzehnten bereits zum Einsatz.
00:07:23: Der Vorteil – Luft-Luftwärmepumpen sind effizient, leicht zu installieren und in der Anschaffung günstiger als etwa Luftwasserwärmapumpen.
00:07:32: In Kombination mit Photovoltaikanlagen und Stromspeichern sind Kosten und CO² Emissionen für das Kühlen gering.
00:07:39: Mit Luftluftwärmpumpen können die Räume in der Regel bis auf gewünschte Temperatur heruntergekühlt werden.
00:07:46: Im Kühlbetrieb entziehen Luft-Luftwärmepumpen, der Raumluft zudem Feuchtigkeit.
00:07:52: Das verbessert den Wohnkomfort insbesondere an warmen, schwühlen Tagen.
00:07:56: Im Winter kann die Klimaanlage in der Heizfunktion die fossil betriebene Heizung unterstützen und so den Verbrauch an Gas oder Öl reduzieren.
00:08:04: Die Technik ist grundsätzlich förderfähig im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude – die Fördervoraussetzungen sind aber individuell zu prüfen!
00:08:17: Wer mehr zum Heizen und Kühlen mit Wärmepumpen- und Klimageräten erfahren möchte, in unserem Fachmagazin.
00:08:23: Und im Netz auf www.ikz.de gibt es zahlreiche fundierte Artikel zur Thematik!
00:08:30: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!